Pflanzenwirkstoffe gegen Brustkrebs
Veröffentlicht von Hans Ulrich Vogel von Oktober 1, 2011
Pflanzenhormone wirksam gegen Brustkrebs
Vorbeugung und Behandlung von Brustkrebs mit
Pflanzenhormonen
Sogenannte Pflanzenhormone (Phytohormone) lassen sich zur
Behandlung von Brustkrebs-Patienten nutzen. Wie Forscher des Deutschen
Krebsforschungszentrums in Heidelberg herausfanden, senken die
pflanzlichen hormonähnlichen Substanzen, das
Sterblichkeitsrisiko sowie das Risiko von Zweittumoren und Metastasen
bei Frauen, die nach den Wechseljahren an Brustkrebs (Mammakarzinomen)
erkranken.
Die zum Beispiel in Leinsamen enthaltenen Pflanzenhormone,
sogenannte Lignane, senken das Risiko an Brustkrebs zu sterben und die
Wahrscheinlichkeit der Bildung von Metastasen und Zweittumoren bei
Brustkrebs-Patientinnen nach den Wechseljahren um bis zu 40 Prozent, so
das Ergebnis der DKFZ-Wissenschaftler. Erstmals konnten die Forscher
nachweisen, dass die in verschiedenem Getreide und Gemüse
enthaltenen Phytoöstrogene,
bei der Behandlung von Brustkrebs eine deutliche Wirkung zeigen. Aus
früheren Studien war bereits bekannt, dass eine
Ernährung mit viel Phytoöstrogenen
bei Frauen der Vorbeugung von Brustkrebs nach der Menopause dient.
Positive Wirkung der Pflanzenhormone gegen Brustkrebs
Die Forscher um Dr. Jenny Chang-Claude vom Deutschen
Krebsforschungszentrum haben im Rahmen ihrer Untersuchung in den Jahren
zwischen 2002 und 2005 von 1.140 Brustkrebspatientinnen
regelmässig Blutproben entnommen, um deren Aufnahme von
Phytoöstrogenen zu überprüfen. Die gewonnen
Blutwerte wurden anschliessend mit dem Krankheitsverlauf über
einen Beobachtungszeitraum von sechs Jahren verglichen. Dabei stellten
die DKFZ-Forscher fest, dass Lignane (spezielle
Phytoöstrogene) das Sterblichkeitsrisiko und die Bildung von
Metastasen oder Zweittumoren, um bis zu 40 Prozent reduziert. Damit ist
erstmal eindeutig belegt, dass die Pflanzenhormone bei der Behandlung
von Brustkrebs eine äusserst positive Wirkung zeigen,
berichten Dr. Jenny Chang-Claude und Kollegen. Bisherige Studien konnte
hier keine eindeutigen Ergebnisse liefern, da die Aufnahme der
Phytoöstrogene nicht anhand von Blutwerten kontrolliert wurde,
sondern lediglich auf den Angaben der Patientinnen beruhte. Dabei
können jedoch trotz gleicher Aufnahmemenge erhebliche
Unterschiede bei den Blutwerten auftreten, da die Pflanzenhormone
abhängig von dem Stoffwechsel der Frauen äusserst
unterschiedlich weiterverarbeitet werden, erklärten die
DKFZ-Experten. Die Wissenschaftler kontrollierten daher die Blutwerte
der Patientinnen, um festzustellen welche Mengen der Pflanzenhormone im
Verdauungstrakt tatsächlich zu sogenanntem Enterolakton
weiterverarbeitet und von der Darmschleimhaut absorbiert wurden.
Natürliche Wirkstoffe zur Reduzierung
des Brustkrebsrisikos
Die aktuellen Ergebnisse der DKFZ-Wissenschaftler unterstützen
die Aussagen früherer Studien, denen zufolge die pflanzlichen
hormonähnlichen Substanzen, eine Reduzierung des
Brustkrebsrisikos bewirken. Für die Annahme, dass die
natürlichen Wirkstoffe eine Verringerung des Brustkrebsrisikos
bewirken, spricht laut Aussage der Wissenschaftler ausserdem, dass
Asiatinnen generell seltener an Brustkrebs erkranken. Dies werde
vermutlich durch die Sojareiche asiatische Ernährung bedingt,
da hierin sogenannte Isoflavone
enthalten sind, welche ebenfalls zu den Pflanzenhormonen aus der Gruppe
der Phytoöstrogene zählen, erklärten die
DKFZ-Experten. Die pflanzlichen Wirkstoffe könnten damit
möglicherweise in Zukunft eine gute Option bieten, um den den
Hormonhaushalt positiv zu beeinflussen und so Brustkrebs nach den
Wechseljahren vorzubeugen. Möglicherweise lässt sich
auf Basis der pflanzlichen Substanzen auch eine Alternative
für die bisherigen sogenannten Hormonersatztherapien ableiten.
Diese wurden in der Vergangenheit häufig zur Behandlung der
typischen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt, stellten sich jedoch in
Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums als besonderer
Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs heraus.
Zehn Prozent der Frauen erkranken an Brustkrebs
Wie die DKFZ-Expertin Karen Steindorf in einer früheren
Veröffentlichung erklärte, sind die
Hormonersatztherapien und Bewegungsmangel, die häufigsten
Brustkrebs-Ursachen und wenn sich „in diesen beiden Bereichen
Verhaltensänderungen herbeiführen“
ließen, könnten „fast 30 Prozent aller
Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren verhindert
werden“. In Deutschland erkrankt den Angabe des DKFZ zufolge
etwa jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, wobei
Brustkrebs mit einem Anteil von 28 Prozent an sämtlichen
Krebsneuerkrankungen pro Jahr, die häufigste Krebsart bei
Frauen ist. Insgesamt erkranken mehr als 57.000 Menschen
jährlich deutschlandweit an Brustkrebs und müssen
anschliessend einer Operation, Zytostatika-, Hormon- und/ oder
Strahlentherapie unterzogen werden. Die Todesrate liegt dem Deutschen
Krebsforschungszentrum zufolge bei Brustkrebs ungefähr bei
dreißig Prozent. Mammakarzinome sind in den Industrienationen
die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen dem 30. und 60.
Lebensjahr. Hier könnten die pflanzlichen Wirkstoffe in
Zukunft möglicherweise eine deutliche Verringerung der
Todesfälle bewirken, allerdings muss die Wirkung der Lignane
und anderer Phytoöstrogenen vorerst noch in weiteren Studien
genauer untersucht werden, erklärten die DKFZ-Wissenschaftler.
Quelle: 13.09.2011 Heilpraxisnet.de
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